Guten Tag, Frau Pfeiffer,
längst schon wieder nach einer tollen Reise im Alltag versunken, will ich doch endlich mal ein Feedback geben. Zu allererst: Der Service Ihres Reisebüros ist wirklich großartig, ich habe mich an jeder Stelle bei des ja deutlich außerhalb meiner Erfahrung liegenden Prozesses sehr gut begleitet, ja unterstützt gefühlt. Auch von den beiden Mitarbeiterinnen, mit denen ich Kontakt hatte. Die Reise entsprach dadurch schließlich in allen Punkten dem „Prospektversprechen“, von dem man ja üblicherweise eher Abstriche macht. Rückblickend sage ich: Es stimmte alles, wurde alles erfüllt und möglich gemacht und war ein Erlebnis über meine Hoffnungen und Erwartungen hinaus.
Dadurch, dass ich aus familiären Gründen direkt von zu Hause aus an Bord gehen wollte, machte mir die (durch Ladungsprobleme in Dublin verursachte) Verschiebung der Einschiffung um 2 Tage auf den Karfreitag nichts aus. Auch die verloren gegangene Benachrichtigung vom 31.3. konnte ich deshalb am 1. April 5 Minuten vor geplanter Abfahrt dann lächelnd wegstecken, als ich im Vesselfinder sah, dass das Schiff erst Landsend erreicht hatte, also am 1.4. gar nicht in Rotterdam ankommen konnte.
Ich erwähne das keineswegs als Kritik (die „Schuld“ an der verlorenen Mail sehe ich eher beim Provider, denn um den 1.4. war das nachweislich nicht die einzige Mail von/an mich, die Microsoft durch die Ritzen fallen ließ). Sondern als Tipp, vielleicht in Ihren ja wirklich sorgfältig ausgearbeiteten Info-Unterlagen noch einen Hinweis auf einen Schiffstracker mitzugeben. Erstens kann man sozusagen vorher schon ein wenig auf dem Bildschirm mitreisen und vor allem hat man dann eben auch eine – zwar unverbindliche – Info über sich verschiebende Abfahrts- und Ankunftszeiten.
Ich habe dummerweise nicht erfragt, ob das allgemein so ist, aber auf dem Schiff war UTC die Bordzeit, die auch nicht verändert wurde. Während der Reise war in Deutschland schon Sommerzeit (auch in Irland), in England aber noch nicht. So scheint mir aus 5 pm Ship-Time als Abfahrtzeit, 15 Uhr local time geworden zu sein. „Ich muss sie um 15 Uhr auf dem Schiff haben“, war die Panik von Melissa bei Driving4U und damit meine 2 Stunden Sicherheitspuffer für den Shuttlesservice angesichts einer bis dahin geschätzten Abfahrtszeit von Mitternacht „genullt“. Erst der Anruf des Kapitäns, als schon im Shuttle saß, verschaffte uns dann wieder die 2 Stunden und alle konnten entspannen – vor allem ich. Die Mitarbeitenden von Driving4U bemühten sich übrigens ebenfalls sehr, auch die möchte ich ausdrücklich loben.
An Bord war alles fein, Offiziere und Mannschaft waren sehr zugänglich, hilfsbereit und auskunftsfreudig. Schon während der Ausfahrt aus dem Hafen (ohne Lotsen) durfte ich auf dem Platz des 2. Offiziers oben auf der Brücke den grandiosen Blick über das Vorschiff genießen. Und natürlich habe ich nichts verstellt und den Joystick zur Steuerung nicht berührt, wie der Kapitän augenzwinkernd verlangt hatte.
Wir kamen dann auch vor Landsend in – für meine Verhältnisse schwere See mit Sturm – für die Profis war harmlos, wie das Schiff sich aufbäumte und dann in die Wellentäler eintauchte und gleichzeitig von seitlichen Wellen und Börsen von backbord nach steuerbord schwankte. Sowas hatte ich mir gewünscht und für mich Landratte war es auch genug Abenteuer.
Der Smutje meinte es so gut mit uns allen, dass ich immer mal wieder eine der drei deftigen, warmen Mahlzeiten am Tag ausfallen lassen musste, damit ich nicht mit dem Hafenkran zu einem der drei Landgänge (zweimal Dublin, einmal Cork) rausgehoben werden musste.
Und hier gibt es dann einen einzigen, kleinen Kritikpunkt zur Weitergabe an die Reederei. Pflicht war ja gerade im Hafenbereich das Tragen der gestellten Warnweste und des Helms. Und bei dem war ich ein bisschen irritiert, denn sein Stirnband war doch ordentlich verschwitzt; ich bin, glaube ich keine Mimose, aber da musste ich mich ein wenig überwinden. Klar, ich erwarte keinen neuen Helm, aber die Polsterung der Gurte sollte vielleicht doch alle paar Reisen mal gewechselt werden.
Meine täglichen, begeisterten Berichte an die 76 Sponsoren und Interessierten der Reise sind wahrhaftiger Beleg für das, was ich anfangs sagte: Es war einfach „TOLL“. Und soweit ich weiß, gibt es bereits mindestens einen konkreten Nachahmer, der auf diese Weise von der Möglichkeit erfuhr und sich für eine Reise durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Schweden interessiert.
Herzliche Grüße