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Kompetenz aus Erfahrung
Reisebericht

Reisebericht von Frau O. und Herrn E.

Sehr geehrte Frau Pfeiffer, sehr geehrte Frau Weber,

Gerade bin ich von meiner Reise zurückgekehrt und möchte eine kurze Rückmeldung geben.

Um es gleich vorweg zu sagen: Es war eine sehr schöne und erlebnisreiche Reise.

Wir wurden von der Mannschaft freundlich begrüßt. Wie überhaupt die gesamte Crew stets ein offenes Ohr für die Belange der Passagiere hatte und hilfsbereit war. Kapitän H. zeigte viel Verständnis für die mitreisenden Gäste. Z.B. erlaubte er den uneingeschränkten Zugang auf die Brücke (was meiner Erfahrung nach keineswegs selbstverständlich ist). Er beantwortete alle Fragen und war auch immer zu einem Plausch aufgelegt. Zu erwähnen ist immer auch der Cookie, als die eigentlich wichtigste Person an Bord, in diesem Falle die Cookie. Sie verstand es hervorragend Crew und Passagiere zu versorgen. Das Essen bestand aus solider Hausmannskost. Vielfältig, abwechslungsreich und immer wohlschmeckend. Zu den Hauptmahlzeiten gab es frischen Salat und Obst. Oft wurden zwei Gerichte in Form eines Buffets angeboten. Wer sich nicht entscheiden konnte, nahm einfach beide. Zusätzlich konnten man sich jederzeit Sandwiches mit Wurst oder Käse machen. Zu den Kaffeezeiten gab es Kuchen oder Kekse. Also verhungern konnte man hier nicht.

Die Kammer war klein, aber gemütlich und zweckmäßig. Sie hatten mich ja gewarnt, dass sie für zwei Personen eigentlich zu eng ist. Das ist auch so. Aber man bot uns sofort eine zweite, kleinere an, sodass Jeder seine Rückzugsmöglichkeit hatte. Das empfand ich ein sehr großzügiges entgegenkommen. Es waren somit alle Voraussetzungen für einen angenehmen Aufenthalt erfüllt.

Die Reise bot interessante Passagen durch diverse Schleusen und den Nord-Ostsee-Kanal. Immer durften die Passagiere auf der Brücke dabei sein. Das habe ich schon anders erlebt. Wer während der Eissaison auf ein besonderes Abenteuer hofft, kommt voll auf seine Kosten. Insgesamt saßen wir dreimal im Eis fest. Die Arbeit der Eisbrecher ist beeindruckend. Besonders stimmungsvoll wird es, wenn sich das Schiff unter einem vom Polarlicht erhellten Himmel aus dem Eis freikämpft.

Als Zugabe durften wir die letzten beiden Tage auf dem Rückweg eine besondere seemännische Herausforderung erleben. Wir gerieten auf der Nordsee in einen ausgewachsenen Sturm. Darauf sollte man vorbereitet sein. Für mich war es ein tolles Erlebnis, das die Reise abrundete. Ein Seemann sieht das vielleicht etwas anders.

Zum Schluss lassen Sie mich noch eine Anmerkung zu den „Informationen zur Einschiffung“ machen. In der Tat ist es sehr verwirrend, dass es dreimal sowohl den Duitslandweg und Finlandweg gibt. Wer ein Navi benutz sollte stets darauf achten, dass er die exakte Postleitzahl und den genauen Ort eingibt, bitte nicht Terneuzen. Wenn man nicht aufpasst und am falschen Finlandweg 1 auftaucht, wird schon mit einem wissenden Grinsen empfangen.

Im Immigration Office wurden wir von einem verständnislosen oder ahnungslosen Beamten empfangen, der nicht recht verstand, was wir wollten. Er holte sich Rat bei seinem Vorgesetzen. Sie wollten wissen, ob wir auf dem Schiff arbeiten wollten, Passagiere schienen sie nicht zu interessieren. Beide zuckten mit den Schultern mit der Bemerkung, das hätten Sie noch nie gehabt. Wichtig ist es, den genauen Namen des Schiffes und des Kapitäns zu wissen. Ohne irgendeine Bescheinigung oder einen Stempel zogen wir wieder ab.

Sehr angenehm ist es, dass man direkt am Gate zum Liegeplatz parken kann. Die Anreise mit dem PKW ist auf jeden Fall vorzuziehen.

Das dürfte nicht meine letzte Frachtschiffreise gewesen sein.

Ich danke für Ihre Bemühungen und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg

Mit freundlichen Grüßen