Reisebericht

Ehepaar S. aus K.

Mittelmeerrundreise

7.2.99
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt – oder steil ist der Weg, der zur Vollendung führt. Es war schließlich der dritte „Versuch“, das dritte Schiff, mit dem wir nun die ersehnte Mittelmeerreise machen sollten, die „DSR Port Said“, die gestern, Samstag, in Hamburg einlaufen sollte, um heute Nachmittag wieder auszulaufen. Also mussten wir uns früh um 1/2 5 Uhr auf die Reise machen. Der Zug war ganz leer, wir waren im ganzen Wagen die einzigen Fahrgäste. In Hamburg angekommen, nahmen wir ein Taxi. Es war ein Türke, mit dem wir bald ins Gespräch kamen und als wir ihm erzählten, dass wir mit der "Port Said" auch nach Izmir kämen, war er ganz hingerissen, weil er dort zu Hause ist. Wir mussten versprechen, ihm von dort eine Karte zu schicken. Als wir über die Köhlbrandbrücke kamen, konnten wir schon sehen – oder besser gesagt – nichts sehen. Es war kein Schiff da. Am Hafentor erfuhren wir dass es gegen 14 Uhr erwartet würde. Jetzt war es 10 Uhr. Was nun – das Wetter war kalt und scheußlich auf der ganzen Bahnfahrt hatte es schon viel geschneit. Also gingen wir erst einmal in die Hafenkantine, dort konnten wir Kaffee trinken, etwas essen und die Zeit verwarten. Gegen 2 Uhr gingen wir zum Hafentor zurück, jetzt hieß es ,das Schiff kommt erst gegen 3 oder ½ 4 Uhr. Also gingen wir in den kleinen Warteraum und kurz darauf kam jemand mit Gepäck herein und es gab folgendes Gespräch: „Worauf warten Sie denn?“ – „Auf die Port Said.“ – „Was – ist die denn immer noch nicht da? Ich bin nämlich der Kapitän und ich steige heute hier auf. Und ich habe schon von dem Taxifahrer gehört, dass wir zwei Passagiere haben, wovon ich noch gar nichts wusste.“ Es war nämlich das völlig Unwahrscheinliche eingetreten, dass ihn der gleiche Taxifahrer zum Hafen gebracht hatte wie uns. Um 4 Uhr war es endlich so weit, das Schiff war gekommen und wir konnte an Bord. Auch hier war nichts von unserem Kommen bekannt und deshalb nichts vorbereitet (später stellte sich heraus, dass das entscheidende Fax verloren gegangen war). Aber alle, auch der Kapitän, waren sehr bemüht um uns. Um 7 Uhr wurde schließlich mit dem Laden und Löschen angefangen.

8.2.99
Die „Kammer“ ist sehr groß. Sie besteht aus zwei Räumen, einem Wohn- und einem Schlafzimmer mit Bad. Die Fenster gehen nach Steuerbord. Als wir aufstanden, fing gerade die Morgenschicht im Hafen an zu arbeiten. Das Wetter war kalt und immer wieder gab es Schneeschauer. Irgend wann kam die „Horncliff“ auf ihrer Fahrt in den Fruchthafen vorbei, sie sah ziemlich neu angemalt aus. Es wird sehr viel aufgeladen, auf Deck kommen teilweise 5 Container übereinander. Es ging auch recht schnell. Trotzdem konnten wir statt der beabsichtigten Zeit 3 Uhr erst um 5 Uhr nachmittags auslaufen, aber das ist ja meist so. Der Wind war sehr kalt und auf dem Deck bildete sich Eis.

9.2.99
Es gibt nur wenig Wellen, das Schiff liegt sehr ruhig und die Maschine ist auch sehr leise. Um 9 Uhr ging es bei Den Helder „um die Ecke“ und dann ziemlich genau nach Süden an der Holländischen Küste längs. Es gab unheimlich viele Bohrinseln und eine Menge Fischerboote. Am Mittag waren wir bei dem Lotsenboot vor Rotterdam und dann ging es in den Nieuwe Waterweg bis zu unserem Liegeplatz am Waalhafen. Das Wetter war wolkig, aber die Sonne überwog. Wir hatten keine Lust, nach Rotterdam reinzufahren und nachher waren wir noch sehr froh, denn es gab einen Schneeschauer nach dem anderen und es war auch richtig kalt. So guckten wir lieber noch ein bisschen beim Laden zu. Jeder Hafen hat ja da so sein eigenes System.

10.2.99
Um 1/4 vor 2 Uhr wachten wir auf, denn es ging los in Richtung auf Antwerpen. Der Kapitän war ziemlich sauer, dass es so spät war, denn das Laden war seit 2 Stunden beendet. Um 10Uhr waren wir an der Scheldemündung. Da wir in der Schelde den Strom gegenan hatten, dauerte es bis 1/2 2 Uhr, bis wir an der Hafenschleuse waren. Wir waren die meiste Zeit auf der Brücke, aber es war wenig Schiffsverkehr. Es gab auch immer wieder Schneeschauer, wie schon die ganzen Tage. Und es war ziemlich kalt. Als wir fest waren, machten wir einen Spaziergang nach Starbroek, einem kleinen Dorf, das der Hafen noch nicht verschluckt hat . Es la g ziemlich viel matschiger Schnee, aber wir blieben bei unserm Gang von Schneeschauern verschont. Obgleich es nur 150 m bis zum Hafentor waren, durften wir das Stück nicht laufen ,sondern mussten uns fahren lassen.

11. 2.99
Es ging wieder nachts los und zur Frühstückszeit waren wir schon hinter VIissingen im offenen Wasser, aber zuerst war immer noch der Lotse an Bord. Die See war sehr ruhig und zum Nachmittag hin war es eine richtige Kaffeefahrt, die Sonne schien ganz warm, man konnte richtig sonnen. Genau zur Mittagszeit kamen wir an den Kreidefelsen von Dover vorbei. Es war jede Menge Schiffsverkehr, viele Containerschiffe und Fähren. Es kam eine Wasserhose, die wir an Steuerbord sehen konnten. Der Kapitän rief uns sogar an, um uns Bescheid zu sagen. Überhaupt sind alle sehr nett, allmählich lockert sich alles. Es ist ja auch die stressige Hafenzeit für die Besatzung vorbei.

12.2.99
Es war morgens noch stockdunkel, denn wir sind ja ziemlich weit westlich. Am Vormittag haben wir viele Delphine gesehen, die am Schiff entlang sprangen. Wir sind jetzt mitten in der Biskaya und das Meer ist absolut glatt, ziemlich ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Und es ist schon merklich wärmer geworden. Auf dem Schiff wird überall aufgeräumt und – natürlich – gemalt. Alle außer Klaus sind froh, dass es so eine ruhige Fahrt ist.

13.2.99
Als die Sonne wie eine rote Apfelsine aus dem Meer stieg, war es 1/2 9 Uhr. Es war ein fast wolkenloser Himmel und ganz ruhige See und schon 11° warm. Am Vormittag gab es eine Feuerschutzübung. Außer dem Kapitän und dem Chief gibt es keine Deutschen an Bord. Der 1. und der 3. Offizier sind Russen aus St. Petersburg, ebenso der Elektriker und der 2. Ing. Die meisten anderen kommen aus der Südsee aus Kiribati. Sie sind sehr freundlich, aber natürlich finden sie es furchtbar kalt. Im Ganzen sind 20 Menschen auf dem Schiff. Wir sind heute auch zum ersten Mal bis ganz nach vorn zum Bug gegangen, es ist ein langer Weg, so um die 100 m unter den Containern durch an der Seite. Vorn ist es ganz ruhig und man sieht weit über das Meer. Bei immer noch strahlend blauem wolkenlosem Himmel und 15° (und in Köln soll -10° sein) gingen wir am Nachmittag wieder nach vorn und plötzlich waren viele große Delphine da. Sie schwammen und sprangen vor dem Bug und schwammen sicher mehr als 5 Minuten mit dem Schiff mit, zuerst fünf und nachher noch einmal zwei. Das war wunderbar. Um 7 Uhr ging die Sonne wieder als ein roter Ball unter und dann färbte sich der Himmel in Regenbogenfarben, lila am Horizont und dann über rot, orange und gelb zu grün bis hin zum letzten Blau des Abendhimmels und die Farben blieben lange Zeit bestehen. In der Nacht war es klar und wir sahen einen Sternenhimmel, wie wir ihn zu Hause niemals zu sehen bekommen.

14.2.99
Heute ist Sonntag. Genau am Mittag erreichten wir Gibraltar. Damit war auch das bis jetzt so schöne Wetter zu Ende, der Felsen von Gibraltar war in Wolken gehüllt. Und als wir durch die Meerenge waren, bekamen wir Windstärke 8 von vorne und es ging nur noch mühsam mit 15 Knoten voran. Abends lud uns der Kapitän in seine Kammer zu einem Glas ein, der Chief war auch da und es gelang uns, ihn ein bisschen aufzutauen.

15.2.99
Es ging den ganzen Tag an Afrikas Küste entlang, so im Abstand von 12 sm. Es sind recht hohe Berge, Algier konnten wir im Dunst liegen sehen. Es war immer noch Wind von vorn, aber nicht mehr so stark, so konnten wir auch wieder nach vorne zum Bug gehen. Klaus war lange in der Maschine und ließ sich vom Chief alles erklären. Das Schiff hat eine Hauptmaschine mit 6 Zylindern und 15.560 PS, sowie 3 Hilfsdiesel für die Stromversorgung usw. Es verfügt über eine eigene Trinkwasseraufbereitung und Abwasserentsorgung. Der Maschinenraum ist sehr geräumig und sehr sauber und ordentlich.

16.2.99
Am Morgen waren wir querab von Tunesien. Wir kamen dichter an die Küste, aber es war sehr diesig und bewölkt. Mittags waren wir bei der Bay von Tunis und der Kurs wurde geändert in Richtung auf Alexandria. Wir sahen viele Fischerboote und am Nachmittag kamen wir an der Insel Pantelleria vorbei. Es ist ein ziemlich steiler Felskegel und überall sind Terrassen und Mauern. Das Wetter hatte sich gebessert und das Meer war sehr ruhig. Um Mitternacht passierten wir Malta.

17.2.99
Ein Tag mit ruhiger See und Sonnenschein. Wir konnten die Liegestühle herausholen und in der Sonne Mittagsruhe halten. Sonst war nur Wasser und kaum ein Schiff. Überall wurde heute Rost geklopft und gemalt. Im Vergleich zur Horncliff ist hier alles sehr sauber und aufgeräumt.

18.2.99
In der Nacht fing das Schiff an fürchterlich zu rollen, die Dünung kam ziemlich von der Seite. Zum Frühstück (es war sogar mit Antirutschdecken aufgedeckt) gratulierte mir der Kapitän mit einer tollen Geschenktüte mit einer Flasche Sekt, einer Reedereiflagge, einem Kalender usw. Es war nicht mehr so strahlend blauer Himmel, aber ziemlich warm. Die Rollerei hielt den ganzen Tag an, mal mehr mal weniger. Beim Abendessen wurde unsere Bierspende verteilt und dann gratulierten und bedankten sich auch einige. Sie können meistens nur sehr schlecht englisch, man muss immer schwer aufpassen, was sie meinen. Wir tranken dann unsern Sekt und dann kam Alexandria in Sicht (alle sagen übrigens immer nur Alex). Um 20 nach 10 fiel der Anker vor dem Hafen.

19.2.99
Alex empfing uns mit Regen, und wie, es schüttete den ganzen Tag. Gegen 1/2 9 Uhr wurde der Anker gelichtet und dann ging es – sehr langsam – bis in den neuen Containerhafen. Heute ist ja auch Freitag, der islamische Sonntag. es wurde dann mit Löschen angefangen, aber es geht im Vergleich mit anderen Häfen ziemlich mühsam vonstatten. Wie wir es schon erlebt hatten, sind hier alle wild auf Zigaretten und können nie genug bekommen. Deshalb heißt Alexandria bei den Seeleuten auch „Marlborough-Port“. Im untersten Deck hatte sich ein Händler aufgetan, der allerlei Ramsch anzubieten hatte, Taschen ,Uhren und ägyptische Souvenirs. Inzwischen hatte sich der Wind und vor allem der Schwell sehr verstärkt und da musste das Löschen eingestellt werden. Der Hafenkai liegt sehr ungeschützt zu der Bucht von Alex und so schwoite das Schiff hin und her und es sind in der Nacht auch mehrere Leinen gerissen.

20.2.99
Es war immer noch nichts mit dem Arbeiten im Hafen und so war auch an ein Auslaufen überhaupt nicht zu denken. Also machten wir uns auf den Weg in diese uralte ägyptische Stadt. Am Hafentor nahmen wir ein Taxi, das uns für 5 $ bis ins Zentrum brachte, nachdem wir drei Mal unsere Pässe und Landgangsscheine vorgezeigt hatten und sie eingehend geprüft worden waren. Aber alle waren sehr freundlich, als sie merkten, dass wir von Deutschland waren. Der Weg in die Stadt ist ziemlich weit und geht durch Industrieanlagen und ganz fürchterliche Wohnviertel um die ganze Bucht herum. Der Dreck ist wirklich überwältigend und war durch den gestrigen Regen noch schlimmer geworden. Der Verkehr war ganz schön chaotisch und der Taxifahrer fuhr auch nicht gerade zahm mit arabischer Musikbegleitung. Wir stiegen aus, wo die Basare und auch andere Geschäfte waren. Es wird überall gebaut, aber offensichtlich wird niemals etwas fertig und dann bleibt es so. Ein Typ verfolgte uns die ganze Zeit und wollte uns etwas verkaufen, Gold, Silber, Galabijas, T-Shirts oder Papyrus. Es gab auch Straßen nur mit Lebensmitteln, lebenden Hühnern, viel Obst. Nachdem es uns gelungen war, den Typ zeitweilig abzuschütteln, gingen wir zur Promenade am Wasser herunter aber die Gischt schlug so hoch über die Ufermauer, dass wir nicht hinkommen konnten. Man musste seinen Weg mühsam zwischen parkenden Autos, Schlammpfützen, Schlaglöchern und Pflastersteinen suchen. An der Uferpromenade waren bessere Häuser. Man sieht auch viele verhältnismäßig gut angezogenen Leute, aber kaum eine Frau ohne Kopftuch. Inzwischen hatte uns der Typ wieder eingefangen und Klaus musste ziemlich energisch werden, damit er endgültig verschwand. Wir gingen dann noch in ein etwas gehobeneres Geschäft, in das wir schon anfangs hineingeschaut hatten und das wesentlich schönere Sachen hatte und kauften dort ein silbernes Armband (Mein Geburtstagsgeschenk). Natürlich hat der arme Mann gar nichts daran verdient, er hatte auch 6 Kinder und was der traurigen Dinge mehr waren, aber trotzdem gab es am Ende noch kleine Zugaben. Zum Mittagessen waren wir am Schiff zurück und dort war immer noch keine Aktivität.

21.2.99
Es dauerte noch sehr lange, bis mal was in Gange kam, erst am Morgen fing es an und dann war erst mal die Containerbrücke kaputt. Kurz vor Mittag wurde uns dann eine 2. Brücke zugebilligt und nun ging es etwas besser. Das Containerschiff, das hinter uns lag, ein großes von MSC (Maeva Panama) war nun endlich fertiggeladen und konnte mit Hilfe von zwei Schleppern auslaufen. Uns gegenüber ist der Getreidekai. "John R." aus Limassol (so sah es auch aus) war inzwischen auch leer und wieder weg. Nun liegt nur noch ein Frachter dort (Antonis P. aus Piräus), der Mehl auslädt. Jedenfalls sagt der Käpten, dass es Mehl wäre. Es gibt riesige Staubwolken und der ganze Kai ist mit einer dicken weißen Schicht bedeckt. Wenn es wirklich Mehl ist, so scheint mir das eine unglaubliche Verschwendung. Gestern wurde ein großer LKW mit dem zusammengekehrten Zeug weggefahren. Draußen auf Reede liegen viele Tanker und auch noch andere Schiffe. Das Wetter hatte sich gebessert, aber der Wind war ziemlich kalt. Am Abend kamen wieder zwei Containerschiffe herein, da waren unsere zusätzlichen Containerbrücken wieder futsch.

22.2.99
Es geschehen ja manchmal Wunder, um 1 Uhr mittags war endlich der letzte Container aufgeladen, man hatte schon fast nicht mehr darangeg1aubt, dass das bei dieser miesen 0rganisation möglich würde. Es war einfach nicht der richtige Container zur richtigen Zeit am richtigen Platz. In der Nacht hatte der Wind gedreht und so hatten wir heute morgen zu dem Ruß, der sich in den Hafentagen auf Deck gesammelt hatte, noch überall das Mehl von dem griechischen Schiff (es war also tatsächlich Mehl). Um 2 Uhr kam der Lotse und es ging endlich wieder in See. An Steuerbord sahen wir Alexandria zurückbleiben und dann das Nildelta, man konnte es auch dem Wasser ansehen, es schwamm allerlei herum. Als erstes gab es ein großes Deckwaschen, das war wirklich wohltuend. Das Meer war spiegelglatt und der Kurs Richtung Beirut, wo wir schon gestern morgen hätten sein sollen. Der Mond ist inzwischen halb und so war es schon fast zu hell, um den wunderbaren Sternenhimmel zu sehen.

23.2.99
Von Alex nach Beirut sind es 20 Stunden und so hatten wir heute um 19 Uhr angelegt. Es war ein schöner Sommermorgen, aber die Bucht hinter der Stadt lag ganz im Dunst, man konnte die schneebedeckten bis fast 3000 m hohen Berge dahinter nur ahnen. Beirut liegt auf einer Landspitze, aber rundherum ziehen sich Wohnblocks und Hochhäuser bis in die Berge hoch, auch soweit man die Küste weiter sehen kann, ist alles bebaut. Der Hafen ist nicht sehr groß, es gibt keine Containerbrücken und so wird mit unsern eignen Kränen, aber mit hiesigen Leuten gearbeitet. Es sind 840 „moves“ vorgesehen, d.h. also 840 Ab- oder Aufladevorgänge. Das wird eine Weile dauern. Aber es wird hier sehr schnell gearbeitet, wenn es auch äußerst chaotisch wirkt, geht es doch recht schnell voran. Alle haben große Angst, dass sich hier stow-aways einschmuggeln könnten. Auf der letzten Reise waren es wieder 4 Kurden, die erst auf See entdeckt worden sind. Die hatten sich im Schiff versteckt, aber häufig stecken sie auch in den leeren Containern. Deshalb wird in jeden leeren Container, der verladen wird, von zwei Leuten ,einem vom Schiff und einem von den Stauern, hineingeguckt. Neben uns liegt ein Getreideschiff. Mit großen Greifern an den Kränen wird der Weizen auf Lkws geladen. Auch ein Autotransporter kam, lud ein paar hundert Autos aus und war – ruck-zuck – wieder weg.

24.2.99
Das Ent- und Beladen ging die ganze Nacht weiter, in der Hauptsache waren es leere Container, die aufgeladen wurden. Am Morgen war das Stahlseil des Krans kaputt und durch die Reparatur gab es eine Stockung. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Stadt und gingen an den Kais entlang in Richtung Hafentor. Überall wurde Stückgut ausgeladen, Kartoffeln, vielleicht aus Zypern oder Syrien, Eisenstangen, Klopapier aus Brasilien, es war ein richtig schöner und interessanter Hafenbetrieb. Kur z vor dem Hafentor bekamen wir ein Taxi und vereinbarten mit dem Fahrer eine Stadtrundfahrt für 15 $. Beirut hat 3 Millionen Einwohner, etwa je zur Hälfte Christen und Moslems. Die Stadt war ja durch den Krieg sehr zerstört, aber das Stadtviertel, das auf dem Kap liegt, ist schon zum großen Teil wieder aufgebaut oder wird renoviert. Das Bankenviertel und der Präsidentenpalast sind richtig pompös. Dann fuhren wir die Promenade am Meer entlang, das muss einmal ganz herrlich gewesen sein, aber jetzt sind dort auch schon wieder neue große Hotels und Restaurants entstanden, ein großer Felsenbogen liegt vor der Uferpromenade in Meer. Es gibt auch elegante Geschäfte und alles ist sehr sauber. Überall sind grüne Kehrmännchen mit grünen Tonnen und Besen zu sehen. Es gibt sowohl christliche Kirchen als auch Moscheen, die aber nicht so hohe Türme haben wie anderswo. Zum Schluss fuhren wir noch durch die andere Hälfte von Beirut, über die „grüne Linie“, wie der Taxifahrer sagte, der leider weder besonders gut englisch noch französisch konnte (früher war französisch hier die Hauptsprache). Dort sah es noch sehr schlimm aus. Es waren auch viel engere Straßen und bescheidenere, aber hohe Wohnhäuser. Die Menschen in der Stadt wirken im Allgemeinen eher europäisch. Als wir zum Schiff zurückkamen, war die Reparatur des Krans gelungen und es ging wieder voran. Aber kurz vor Mittag war es nochmal dasselbe, trotzdem war gegen 1/2 3 Uhr der letzte Container oben. Nun wurde das ganze Schiff nach stow-aways abgesucht (aber keine gefunden) und um 4 Uhr kam der Lotse und es konnte losgehen nach Syrien. Heute Nachmittag hatten wir uns mal die Küche angesehen. Der Koch ist von den Philippinen, wie übrigens auch der 2. Offizier und der 3. Ing. Er freute sich sehr und zeigte uns auch noch die Vorrats- und Kühlräume.

25.2.99
Um 1/2 2 Uhr nachts warf das Schiff Anker vor Latakia, es hatte in der Zeit geregnet und gestürmt, aber wir haben alles verschlafen. Um 7 Uhr, der Regen war inzwischen abgezogen und die Sonne schien, ging es Richtung Hafen, aber es dauerte lange, bis mit dem Ausladen angefangen wurde, es geht hier alles eher gemächlich. Der Hafen liegt dicht vor der Stadt, es gibt hier auch keine Containerbrücken und am Nachmittag musste dann doch noch das Seil von unserm einen Kran gewechselt werden, weil es wohl zu gefährlich wäre, damit weiterzuarbeiten. Nebenan wurde Baumwolle in Container verladen, in Syrien wird viel Baumwolle angebaut. An einer Stelle im Hafen liegen auch viele Kisten mit einer Spinnerei-Einrichtung aus China für Damaskus. Eisenstangen und Rohre werden ausgeladen und manche Container werden gleich hier im Hafen leergemacht und der Inhalt auf LKWs verladen. Nach dem Essen gingen wir zu Fuß zur Stadt, trotz eines Schleichwegs durch die Container gezwängt, brauchten wir eine halbe Stunde bis zum Hafentor, aber dann waren wir auch gleich in der Stadt. Die Häuser sind meist mehrstöckig aus Beton und ziemlich einförmig. Wir gelangten dann in die Basarstraßen mit vielen kleinen Geschäften, die Leute sind hier gar nicht aufdringlich ,aber es wirkt alles schon sehr orientalisch, allerdings sind nur die wenigsten meist älteren Frauen verschleiert. Das größte Problem ist, dass man überhaupt nichts lesen kann. Während in Alex und Beirut die Schilder oft zweisprachig waren, ist hier alles nur arabisch beschriftet. Wir kamen dann an einen großen Platz, offensichtlich der Hauptplatz mit Rathaus oder so und einem Monument mit Assad (er sah fast wie Lenin aus). Überhaupt ist die ganze Stadt voll mit Plakaten von Assad. Es ist demnächst Wahl. Es gab sehr viele Läden, in denen Kuchen oder andere Süßigkeiten verkauft wurden und Geschäfte mit internationalen Marken wie Adidas oder Benetton. Es war ein ziemliches Gewimmel. Auf dem Rückweg hörten wir von einer Moschee den (automatischen) Muezzin. Klaus war später noch im Maschinenraum, weil ein Kolben der Hauptmaschine ausgewechselt wurde.

26.2.99
Noch ein Tag in Latakia. Das Seil vom Kran war zwar erneuert, aber jetzt hatte der Kranfahrer für den vorderen Kran die Arbeit verweigert, weil er zwischen den hohen Containern nicht in die Luke einsehen könne. Das wiederum liegt an einem schlechten Stauplan, den eine neue Firma aufgestellt hat und mit dem man hier schon von Anfang an unzufrieden war. Also zieht sich alles in die Länge. Wir gingen im Hafen herum, es wurde immer noch Baumwolle in Container verladen, ein Schiff der Reederei Buss kam herein, sonst war keine Aktivität, weil ja Freitag ist.

27.2.99
Das Laden hat sich zu einem Riesenstress entwickelt, es wurden jede Menge Container aufgeladen, von denen niemand weiß, wo sie hinsollen oder wem sie gehören. Der 1. hat viel Arbeit damit und auch der Kapitän ist sauer ,weil seit 4 Uhr morgens alles fertig sein sollte. Also mit einem Wort „Dicke Luft“. Um 11 Uhr ging es dann endlich los Richtung Mersin, das ist Kurs NNW. Es war wieder spiegelglatte See, aber nicht sehr warm. Aber wir konnten wieder im Vorschiff die Seefahrt genießen. Bei Sonnenuntergang um 1/2 6 Uhr, sie versank als roter Ball hinter den recht hohen türkischen Bergen, manche Berge sind hier über 3000 m hoch und es liegt auf ihnen noch Schnee, waren wir vor dem Hafen von Mersin, aber es war mal wieder nichts mit dem Lotsen, es wäre ja auch zu schön gewesen. Also hieß es mal wieder „drop the anchor“. Es ist eine weite Bucht und jetzt am Abend fuhren viele Fischerboote heraus und man konnte überall ihre Lichter sehen. Manche haben hinten drauf zwei kleine Beiboote, die sie wohl zum Netzeauslegen gebrauchen. Um 8 Uhr ging es dann Ankerauf in den Hafen von Mersin.

28.2.99
Die Sonne weckte uns und es versprach, ein schöner Tag zu werden. Und es wurde auch ein wunderschöner Tag. Um 1/2 10 Uhr gingen wir los zur Stadt. Es ist hier gar nicht weit bis zum Hafentor und dann ist man schnell in der Stadt. Noch war es sonntäglich ruhig. Ein Junge sprach uns an, ob wir Geld tauschen wollten und führte uns dann um mehrere Ecken bis zu einem Blumengeschäft, das auch als Wechselstube diente. Dort bekamen wir für 20 $ sage und schreibe fast 7 Millionen türkische Lira. Sicher war es noch nicht einmal ein besonders guter Kurs, aber wir hatten auf diese Weise türkisches Geld in der Tasche. Mersin ist eine recht große Stadt, hat auch eine Universität und ist sehr sauber. Wir gingen durch eine Fußgängerzone mit guten Geschäften, die aber natürlich nicht offen waren. Überall wurden wir von kleinen Kindern bestürmt, die uns Tempotaschentücher verkaufen wollten. Das war ziemlich lästig. Dann gingen wir durch die Basarstraßen. Das war wieder richtig interessant, es gab praktisch alles was man sich denken konnte zu kaufen, Obst, Gemüse, Gewürze, Fische, Fleisch und Kleidung, eine ganze Straße nur mit Schuhen. Inzwischen war hier alles geöffnet und der Betrieb nahm zu. Es gibt viele schöne Gebäude, es sieht alles sehr ansprechend aus. Wir kauften Safran und Henna, saßen am Wasser in der Sonne in einem kleinen Lokal. Gegen Mittag kamen wir wieder an der Moschee vorbei, da waren jetzt Verkaufsstände für heilige Bücher aufgebaut und es waren überall Familien auf Sonntagsspaziergang unterwegs. Um 2 Uhr waren wir wieder am Schiff zurück.

1.3.99
Das Laden war der übliche Stress, auch weil die Containerbrücken (Gantries) hier zu niedrig sind. Und so verzögerte sich das Auslaufen mal wieder bis morgens 6 Uhr. Dann ging es wegen des ausgewechselten Kolbens immer noch mit gebremstem Schaum an der türkischen Küste entlang. Dicht am Ufer verläuft eine Straße, immer wieder sind kleine Ansiedlungen zu sehen, aber dahinter gehen die Berge steil in die Höhe, teilweise bewaldet, aber nicht sehr einladend. Dahinter sieht man noch höhere Berge, auf denen noch viel Schnee liegt. Rhodos passierten wir leider in der Nacht.

2.3.99
Über dem heutigen Tag könnte gestanden haben: „an den Küsten des Lichts“ oder auch „die Freiwache liegt faul an Deck“. Wir fuhren an den griechischen Inseln der Ägäis entlang, an Kos am frühen Morgen, später Kalimnos, Keros und Patmos im Dunst und dann die große Insel Ikeria, man konnte kleine Dörfer sehen, Straßen, mal einen Leuchtturm. Bei der Insel Chios ging der Kurs wieder nach Osten auf Izmir zu. Wir saßen lange in der Sonne, manchmal war es windig, wenn keine Insel Schutz bot. Vielleicht ist Odysseus hier gefahren. Die Einfahrt nach Izmir ist fast wie ein Fjord, aber überall sind die schrecklichsten Hochhäuser, die Stadt breitet sich immer mehr über die die Bucht umgebenden Berge aus. Auf der einst so schönen Palmenpromenade wird eine Autostraße gebaut. Alles war in Dunst oder Smog gehüllt. Wir gingen noch mal im Dunkeln aus dem Hafen raus bis zu einem nahen Supermarkt. Der Elektriker hatte uns schon erzählt, dass er immer dahin ginge und prompt trafen wir ihn mit dem 2. Ing. dort.

3.3.99
Heute morgen war Izmir immer noch oder schon wieder in stinkigen Dunst gehüllt. Wir gingen zur Stadt, es herrscht ein irrwitziger Verkehr und eigentlich hatten wir die Stadt in besserer Erinnerung. Es wird auch viel gebaut und für Fußgänger ist wenig vorgesehen. Die Bürgersteige haben ganz hohe Stufen und sie sind alle unterschiedlich hoch, so dass man sehr aufpassen muss. Wir stiefelten also durch die ganze Stadt im morgendlichen Berufsbetrieb. Es gibt unheimlich viele Banken und auch schöne Geschäfte, bis wir zum Basar kamen. Natürlich wurden wir sofort als Fremde erkannt und uns wurde alles angepriesen, Ledersachen und vor allem auch Gold. „Nur mal gucken“ oder „mein Bruder hat auch noch ein Geschäft“. Klaus hatte Angst, dass wir uns in dem Gassengewirr verstricken würden, aber wir fanden wieder hinaus. Wir schickten dann noch die versprochene Postkarte an den Taxifahrer in Hamburg, tranken ein Bier und kamen mit reichlich platten Füßen zum Schiff zurück. Aber los ging es dann erst um 9 Uhr abends.

4.3.99
Als wir aufstanden, sahen wir noch die letzten Inseln der Kykladen und am Mittag waren wir am Peloponnes. Am Vormittag gab es für die Mannschaft eine Übung. Unter anderem auch im Rettungsboot. Wir stiegen mit ein und es wurde erklärt, wie der Motor angeworfen wird und dann kam die Frage, wo sich die übrigen Rettungssachen befänden. Antwort von einem Besatzungsmitglied: May be, somewhere! Es war nicht mehr so strahlend schön und verschlechterte sich im Lauf des Tages immer mehr, denn es liegt ein Tief vor uns. Daher waren die Berge Griechenlands nur als schwarze Formen zu erkennen. Auf dem höchsten 2.304 Meter hohen Berg des mittleren Zipfels des Peloponnes lag noch Schnee. Es schaukelte auch ein bisschen mehr. Heute ist übrigens Donnerstag und da gibt es, wie auch am Sonntag, nachmittags Kuchen, morgens „eggs to order“ und als Nachtisch mittags Eis. Das Essen ist überhaupt sehr 0rdentlich, viel Gemüse und Salat und gutes Fleisch und man muss immer „small portion“ sagen, sonst bekommt man viel zu viel. Natürlich gibt es auch abends immer warmes Essen, aber auch Brot und Aufschnitt.

5.3.99
In der Nacht zog ein Schlechtwettergebiet durch und es schaukelte ordentlich, aber am Morgen war wieder Sonnenschein. Beim Aufstehen sahen wir die italienische Stiefelspitze und nach dem Frühstück fuhren wir in die Straße von Messina. Der Ätna war schneebedeckt und hatte eine Wolkenhaube und alles zeigte sich im schönsten Licht. Es fuhren viele Fähren zwischen dem Festland und Sizilien hin und her. Zur Mittagszeit sahen wir an Backbord auch den Stromboli, der eine leichte Rauchfahne hatte. Aber ab dann wurde das Wetter wieder schlechter, Regenböen und viel Wind. Weil es so stürmisch war ,gab es vor Salerno ein sehr schwieriges Manöver, um in den engen Hafen zu kommen. Darüber wurde es 8 Uhr. Später am Abend hatten die Windböen fast Orkanstärke erreicht.

6.3.99
Als wir beim Frühstück waren, kam der Chef der Schauerleute, um dem Kapitän zu berichten, dass der eine der beiden Hafenkräne kaputt sei. Es gibt hier nämlich keine Containerbrücken, aber mit den Kränen funktioniert es hervorragend. Nun war mal wieder eine für diese Reise typische Verzögerung eingetreten und wir konnten uns ohne Eile auf den Weg in die Stadt machen. Nachdem wir uns per EC-Karte Geld und damit eine Telefonkarte beschafft und telefoniert hatten, konnte einem gemütlichen Bummel nichts mehr im Wege stehen. Ein paar kurze Regenschauer konnten uns auch nicht stören. Salerno liegt an einer großen Bucht, dahinter gehen die Berge steil hoch und so ist für die Stadt gar nicht viel Platz. Am Berghang ist di e Autobahn mit hohen Brücken gebaut, darunter verläuft die Bahn und noch eine zweite Straße. Die Altstadt hat enge Gassen, aber natürlich quetschen sich da auch noch Autos durch. Der neuere Teil hat breitere Straßen und eine Fußgängerzone mit Geschäften. Wir aßen eine Kleinigkeit in einem Restaurant mit ziemlich muffiger Bedienung (aus dem 1. Lokal waren wir wegen zu großer Unfreundlichkeit geflüchtet) und kamen zum Schiff zurück, wo inzwischen der Kran repariert war. Am Abend gab es ein starkes Gewitter, es blitzte und donnerte in einem fort und es goss in Strömen. Um 10 Uhr ging es dann endlich los und das ist ja Richtung Heimat.

7.3.99
Wir hatten mal wieder Wind Stärke 6 – 7 von vorn und so kamen wir nur so mit 16 Knoten voran. Es waren auch ganz schön hohe Wellen, aber in dem großen Schiff merkt man nicht viel davon. Am Mittag kam Sardinien in Sicht und wir fuhren mehrere Stunden an seiner Küste entlang. Es war sonnig mit wenigen Wolken und so gab es einen schönen Sonnenuntergang.

8.3.99
Sonnenschein, blauer Himmel, blaues Meer und 18 –20°, damit ist eigentlich alles über den heutigen Tag gesagt. Kein Land in Sicht und nur selten ein anderes Schiff. Hier gab es dafür Rost klopfen und ähnliches, das schöne Wetter musste ja genutzt werden, und der Abschluss des Tages war wieder ein wunderbares Abendrot, das wir von der Back des Schiffes betrachteten.

9.3.99
Zur Frühstückszeit kam der „Affenfelsen“ in Sicht und so gegen 10 Uhr fuhren wir durch die „Säulen des Herkules“. Es war sehr viel Schiffsverkehr in beiden Richtungen und dazu noch alle möglichen Fähren. Nun hatten wir also den Atlantik erreicht und Wind und Wellen nahmen zu und der Kapitän prognostizierte schlechtes Wetter. Am Abend kam ein kleiner Schwarm Seeschwalben aufs Schiff, sie saßen auf der Reling und am Fenster.

10.3.99
Wirklich fing das Schiff in der Nacht an zu rollen und das, was nicht genügend weggeräumt war, fing an zu rappeln oder ging über Stag. Und es regnete als wir aufstanden und war wirklich scheußlich. Aber im Laufe des Vormittags wurde es immer sonniger und war auch gar nicht kalt. Wie meist gingen wir nach dem Nachmittagskaffee ins Vorschiff und hielten nach Delfinen Ausschau, aber außer kurz am Morgen ließen sich keine blicken. Das Schiff rollte immer noch heftig und wenn man über den Bug ins Wasser schaute, war es wie Achterbahnfahren. Die Nacht war klar und wir sahen wieder den leuchtenden Sternenhimmel.

11.3.99
Wie schon auf der Hinreise, war die Biskaya weit besser als ihr Ruf, das Tief hatte sich verzogen, es gab nur eine ganz leichte Dünung und die Sonne schien noch warm genug, so dass wir die Liegestühle herausholen konnten, sicher zum letzten Mal. Auf dem Schiff war weiterhin Scheuerfest und eine Übung gab es auch wieder. Am Abend gaben wir noch eine Abschiedsrunde an die Mannschaft aus, sie sind alle immer sehr freundlich, auch mit dem Chief kann man locker umgehen, nur mit dem Kapitän kann man schwer warm werden, er ist wohl keine Frohnatur.

12.3.99
Kaum zu glauben, um 5 Uhr nachmittags machte das Schiff in Felixtowe fest. Es ging ohne Aufenthalt in den Hafen. Dabei war die Fahrt durch den englischen Kanal mehr oder weniger im Nebel oder starkem Dunst gewesen, man konnte auf keiner Seite das Land sehen. Es fing auch mit dem Laden ganz vielversprechend an mit 4 Containerbrücken , so dass man Hoffnung haben konnte, noch in der Nacht weg zu kommen. Als wir unten im Schiff an der Reling standen, kam der deutsche Seemannspastor vorbei und begrüßte uns und wir unterhielten uns eine Weile, er stammt aus Leverkusen und ist seit 7 Monaten in Felixtowe. Inzwischen war das Auslaufen auf 8 Uhr morgens festgesetzt.

13.3.99
Denkste – beim Frühstück hieß es „noon“ und schließlich 12.30 Uhr, wie üblich auf dieser Reise. Wir machten noch einen Spaziergang in der Umgebung vom Hafen, Felixtowe ist ja ein Badeort, der aber weiterab liegt. Hier sind nur die Ausläufer davon, eine Wohnwagensiedlung am Strand und ein altes Fort und der Strand ist sehr steinig. Erst gegen Mittag wurde es etwas sonnig, aber als wir unterwegs waren, wurde die Sicht wieder schlecht. Wir mussten von Felixtowe nach Antwerpen die Fahrwege des Kanals durchqueren, es ist hier ja viel Verkehr. Um 7 Uhr kam der erste Lotse für die Schelde und die Revierfahrt, war natürlich schon im Dunkeln.

14.3.99
Um 2 Uhr waren wir fest in Antwerpen, und trotz aller Beteuerungen des Kapitäns, wie schnell hier gearbeitet würde, geschah zunächst mal gar nichts. Beim Frühstück erfuhren wir, dass erst um 10 Uhr mit dem Löschen begonnen werden sollte und so setzten wir unsern Entschluss in die Tat um, von hier nach Hause zu fahren. Es war ein halb-wehmütiger Abschied nach genau 5 Wochen, aber mittags waren wir zu Hause und das war auch wieder schön.

Reiseberichte Mittelmeer

  • Herr R.:
    Wertes Pfeiffer-Team Liebe Frau Falkenberg Ich versuche Ihnen ein paar Eindrücke von meiner Reise von Malta nach Hamburg weiter zu geben. Anreise Malta. Der Flughafen ist neu und gut [mehr...]
  • Herr O. schrieb uns
    In Genua - hatte eine super Überfahrt nach Genua. "Rickmers Tokyo" und Crew waren einfach spitze, schade dass schon vorbei... morgen fängt dann die Schinderei an. Beste Grüße. ...Wir hören [mehr...]
  • Ehepaar S. aus K.
    Mittelmeerrundreise 7.2.99 Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt – oder steil ist der Weg, der zur Vollendung führt. Es war schließlich der dritte „Versuch“, das dritte [mehr...]
  • Familie M. aus A.:
    Sehr geehrte Frau Pfeiffer, nun ist schon über eine Woche seit unserer Rückkehr vergangen und Sie warten sicherlich auf ein Lebenszeichen von uns. Gesamteinschätzung der Fahrt: [mehr...]
  • Herr R. schrieb:
    Hallo Herr Pfeiffer, meine Reise von Hamburg nach Limassol ist - leider - längst beendet. Ich bin noch ein paar Tage auf Zypern geblieben; es hat alles geklappt. Zum Schiff und der Manschaft von [mehr...]
  • Herr R. aus U.:
    Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte mich von der Frachtschiffreise IFR 160 zurückmelden. Ich habe das Schiff aus persönlichen zeitlichen Gründen am 08.03. in Taranto verlassen, was aber [mehr...]
  • M. und H. Sp. schrieben uns:
    Liebes Pfeiffer-Team, nur soviel: es war eine SUUUUUPER-REISE, Kapitän R. nicht zu toppen, Offiziere, Ingenieure sowie die Mannschaft sehr angenehm, alle immer freundlich und hilfsbereit, das Essen [mehr...]

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Aktuelles

Kurzfristig verfügbare Rundreisen im Nord- und Ostseebereich:
 
IFR 109 A, 20.05.
IFR 110 B, 05.06.17, 2 Kabinen, deutsche Schiffsführung
IFR 110 C, 27.05.
IFR 114 B, 28.05.
IFR 114 C, 25.05.
IFR 118 A, 20.05.
IFR 104 A, IFR 104 B, IFR 104 C, verschiedene Termine im Mai